Gegen alle Kritik: Festplattenabgabe beschlossen

festplatten_600x600Es ist ein schwarzer Tag für den österreichischen EDV-Handel. Heute wurde im Nationalrat mit der Urheberrechtsnovelle auch die Festplattenabgabe beschlossen. Die Wirtschaftskammer konnte wenigstens eine – allerdings viel zu hohe – Obergrenze von 6% des Kaufpreises für die Abgabe aushandeln. Außerdem soll die Abgabe im Fall von nur geringen Schäden für Urheber durch die Privatkopie gänzlich entfallen. Das trifft z. B. bei Speicherkarten in Fotoapparaten zu. Wie das exekutiert werden soll, bin ich gespannt.

Konsumenten wie ich, die sehr viel fotografieren sowie filmen und ausschließlich eigene Werke speichern, sollen die Möglichkeit einer Rückforderung haben. Auch da bin ich neugierig, wie das funktionieren wird. Die einfachste Alternative ist leider, im Ausland einzukaufen. Damit entgehen dem österreichischen Staat Steuereinnahmen und der Überlebenskampf des EDV-Handels wird weiter verschärft.

Auch die überwältigende Mehrheit der Künstler wird dennoch nicht von der Abgabe profitieren. Wie dem Standard zu entnehmen ist, brachte die Festplattenabgabe in der Vergangenheit den meisten Künstlern weniger, als einen Euro. Nach meiner Meinung können sich über die Abgabe also nur Stars freuen, die ohnehin Spitzenverdiener sind sowie Lobbyisten, die erfolgreich eine für den Handel schädliche und für förderungswürdige Künstler nicht hilfreiche Lösung durchgesetzt haben.

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedinmail
Posted in Politik, Wirtschaft Tagged with: , , , ,